Ode an die Freude, das Leben. Und Läderach

FrischSchoggi Geschichte von Marc S.

Zartbitter versüsst sie meinen Alltag, beschleunigt meine Schritte, lässt mich abheben, schweben, aus dem Laden der Marktgasse über die Dächer der Berner Altstadt fliegen. Ist sie in meinem Mund, seufzen meine Mundwinkel glücklich auf, dehnen sich wohlig in die Breite und ein Glucksen aus tiefsten Tiefen sagt mir, dass alles gut ist.

Es war Liebe auf den zweiten Blick. Warum auch sollte sie anders sein, sollte sich derart von den anderen abheben? Hergestellt wird sie ja fast wie sie. Und dann ist sie unverschämt teuer. Unverschämt…unverschämt, wie ein kleines Stücklein von ihr abgebrochen und an den Lippen klebend wie beim fastenden Bürgermeister im Film «Chocolat» auch bei mir so viel auslöst, von der Zunge in den Mund geschoben die Geschmacksknospen frühlingswild aufblühen lässt und langsam über die Zunge hinweg schmelzend dieses Gefühl von Liebe hinterlässt. Liebe zum Produkt, zu den einzelnen, perfekt miteinander kombinierten Zutaten, zum intensiven Leben.

Denn das wollen wir doch: Gemüse, das nach Abenteuer und Sonne riecht und nicht nach industriellem Nichts, Brot, das fröhlich duftend knuspert und knackt; schlicht Produkte, die ehrlich und mit Hingabe gemacht sind – und schon ist sie wieder in meinem Mund, drängt sich geschmeidig zwischen Gedanken und Zeilen, beansprucht alle Sinne von mir gleichzeitig und kracht, wenn ich sie sanft beisse, diese goldig caramelisierte Mandel, die mit der dunklen oder der Milchschokolade um die Wette eifert, wer besser miteinander harmoniert. Ich liebe euch beide.

Die Welt ist nicht nur schlecht. Wir haben Schokolade. Von Läderach.

Page
up